Interkulturelle Gärten: Einblicke in eine transkulturelle Projektinnovation aus Deutschland

Die durch den Bürgerkrieg in Syrien ausgelöste Fluchtbewegung hat die öffentliche Debatte um den stets unscharf gebliebenen Begriff der „Leitkultur“ erneut befeuert. Wie schon in den rezenten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Multikulturalismus und jenen einer strikten Forderung nach „Assi...

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Bibliographic Details
Main Author: Christa Müller
Format: Article
Language:fra
Published: Ministère de la Culture et de la Communication 2018-12-01
Series:In Situ
Subjects:
Online Access:https://journals.openedition.org/insitu/19213
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Description
Summary:Die durch den Bürgerkrieg in Syrien ausgelöste Fluchtbewegung hat die öffentliche Debatte um den stets unscharf gebliebenen Begriff der „Leitkultur“ erneut befeuert. Wie schon in den rezenten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Multikulturalismus und jenen einer strikten Forderung nach „Assimilation“ von Einwanderern in eine als statisch imaginierte Aufnahmegesellschaft ist auch derzeit wieder eine dualistische Zuspitzung zu konstatieren. Außen vor bleiben dabei oft die konkreten Lebensrealitäten der Migrantinnen und Migranten. Bereits während der Flüchtlingsbewegungen Mitte der 1990er Jahre im Zuge des Bosnienkrieges kam es zu einer Projektinnovation, die einen konstruktiven Umgang mit kulturellen Differenzen erprobt und damit als praktische Antwort auf die unterkomplexen Zuspitzungen gelesen werden kann. In der Projektform der Interkulturellen Gärten wird das gemeinsame Gärtnern en passant fruchtbar gemacht für transkulturelle Prozesse der Begegnung und des Austausches. In diesen Gemeinschaftsgärten werden die Ressourcen, die die Menschen aus ihren Herkunftsländern mitbringen, zum Ausgangspunkt für selbstbestimmte Prozesse des Ankommens und somit auf konstruktive Weise genutzt. Der Beitrag zeigt die Entwicklung der Interkulturellen Gärten seit 1996 am Fallbeispiel der „Internationalen Gärten Göttingen“ auf und beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Potentialen dieser sozialen Innovation.
ISSN:1630-7305